Aidlinger Kinder-Uni II … aus Sicht eines Wassermoleküls

14.04. – 17.04.2009

Es ist ganz schön stressig, wenn sich eine Chemikerin und ein Physiker in den Kopf gesetzt haben, 26 Aidlinger Grundschulkindern etwas über uns Wassermoleküle zu erzählen oder – noch schlimmer – die Kinder mit uns experimentieren lassen.

Trotz unserer geringen Größe wurden wir mit Rotkohl gefärbt, durch Säure erschreckt, bis wir rot wurden, oder in Seife getaucht, um anschließend grün anzulaufen. Manche von uns endeten sogar als Batikfarbe in einer Schürze.
Ob Ihr’s glaubt oder nicht, sogar bei der Ermittlung eines Überfalls mussten wir helfen. Es ist ganz schön anstrengend, in einem Filter nach oben zu klettern, um dann schwarze Tinte in seine Bestandteile zu zerlegen. Am Mittwoch wurde aus uns eine Lupe hergestellt, und durch große Mikroskope konnte beobachtet werden, welches Getier hin und wieder in uns schwimmt.
Donnerstags wurden wir gefüttert, bis wir satt waren, aber die Kinder versuchten, immer mehr Zuckerwürfel in uns aufzulösen.
Außerdem wurden wir durch Zugabe von Backpulver und Essig als Raketentreibstoff missbraucht … manche Moleküle schweben wohl jetzt noch in der Erdumlaufbahn. Auch einen magischen Brei (sofern man Speisestärke als Magie bezeichnen kann) konnten die Kinder aus uns herstellen.
Immerhin wurden wir bei einem Experiment mittels Aktivkohle wieder von allen möglichen Verschmutzungen gereinigt. Eine kurze Verschnaufpause war uns vergönnt, als uns sowie den Kindern Timo Vetter aus der Aidlinger Ortsbücherei eine spannende Geschichte über den Buchdruck vorlas.

Birgit und Siggi versuchten immer mal wieder, die Kinder mittels Zauberei hinters Licht zu führen, wobei wir natürlich auch helfen mussten, aber bei den Kindern war dies gar nicht so einfach. Allerdings grübeln manche Eltern bestimmt noch heute darüber, wie die Tricks bei der Vorführung am Freitag funktionierten.

Zum Glück konnten wir unseren Verwandten aus den Wolken – zumindest bis Freitag – beibringen, im Himmel zu bleiben. So konnten sich die Kinder nach den Experimenten draußen im Freien beim Spielen und Basteln erholen. Katja und Natalie hatten hierfür viele spannende Spiele und Basteleien vorbereitet. Die Praktikanten Pia, Sebastian I, Sebastian II und Fabian veranstalteten mit den Kindern ein tolles Tischtennisturnier … schade, dass wir Wassermoleküle dabei nicht mitspielen konnten.

Klar finden wir es toll, dass die Kinder viel über uns gelernt haben, aber anstrengend ist es schon, mit allen möglichen Experimenten malträtiert zu werden.




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